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| Das tänzelnde Pony - Rollenspielforum Für Rollenspielunterhaltungen, die "in-Charakter" durchgeführt werden. |
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[...] Men now fear and misdoubt the Elves, and yet know little of them. And we of Gondor grow like other Men, like the Men of Rohan; for even they, who are foes of the Dark Lord, shun the Elves and speak of the Golden Wood with dread.
Yet there are among us still some who have dealings with Elves when they may, and ever and anon one will go in secret to Lorien, seldom to return. [...] (Faramir in J.R.R. Tolkien, The Two Towers, Book IV, Ch. V, The Window of the West, p. 288) ___________________________________________ ~ Von Pferd und Schwert ~ Bree, so sagt man, ist wohl der Ort in Mittelerde, an dem sich das seltsamste und das unterschiedlichste Volk tummelt: groß, klein, füllig, dünn, hell, dunkel, arm, reich, edel und weniger edel. Und wer einmal in seinem Leben Bree bereist hat, der weiß, daß das stimmt. Warum aber sollte man nach Bree reisen? Es ist ein mittelgroßes Städtchen ohne großen Rang und ohne jegliche Bedeutung. Weder ist es ein Bollwerk gegen die Dunkelheit im Osten, noch hat es einen großen König, dem seine Aufwartung zu machen den Helden unserer Zeit zur Ehre gereichen würde. Bree ist uralt, wurde nie überrannt oder erobert - aber das ist auch schon das einzig Bemerkenswerte, das es in Chroniken und gewichtigen Lehrbüchern über diese Stadt zu sagen gibt. Und doch gibt es genügend Gründe, warum Bree stets bevölkert und besucht ist: in Bree bekommt man eben alles, was man möchte! Wer einen tanzenden und spaßenden Hobbit sehen möchte, der reist nach Bree. Wer einen schönen Elben sehen und seinen getragenen Melodien zu lauschen wünscht, auch der reist nach Bree. Und um eines stolzen Reiters von Rohan ansichtig zu werden, auch dazu muß man sich nicht etwa in die goldenen Hallen des fernen Edoras aufmachen, nein...man geht einfach nach Bree. Auch ich bin oft hier, obgleich ich nicht einmal annähernd aus dieser Gegend stamme. Aber ich lebte hier für eine lange Zeit und das Breeland ist mir vertraut. Ich komme hierher, in Brees Taverne vornehmlich, um mir die vielen Gesichter anzusehen, fremden und neuen Reden zu lauschen, am Kamin mein Bier zu trinken und vielleicht eine Pfeife zu rauchen. Ab und an erzähle ich selbst Geschichten, tausche mich mit anderen aus und frage die um Rat, die weiser sind als ich. Oder...die mir zumindest weiser erscheinen. Ich versuche mich auch heute wieder an einer Geschichte, doch wird es keine sein, die nun mit Bree zu tun hat. Ich finde hier nur die richtigen Zuhörer dafür. Natürlich könnte ich auch viel über meine Zeit in Bree berichten, aber das will ich lieber unterlassen, denn Unmut will ich keinen sähen. Ich gehöre der Gilde der Schattenpirscher an, landläufig bezeichnet man mich als "Schurkin" - so kann man sich vorstellen, welcher Art die meisten meiner Anekdoten sind und diese würden gewiß jene erfreuen, die sich gerne in den dunklen Ecken, verborgen unter ihren Kapuzenmänteln, der Taverne herumtreiben...aber nein. Auch Schurken haben eine Vergangenheit, die nichts mit Diebstählen, Streichen und gleichartigen Dingen zu tun hat, die man uns gemeinhin andichtet und - zugegeben - an denen auch viel Wahres dran ist. Heute spreche ich als die, die ich hinter meinem Gildenabzeichen bin: Nariena Ghaldean, Tochter von Galariad, geboren zu Pelargir, Gondor. Und ich setze mich an einen Tisch zu jenen, die man kundig und schriftgelehrt nennt, denn sie wissen um den Wert von Text und Schrift und den Geheimnissen, die zwischen den Zeilen verborgen liegen. Ich bringe ein Tagebuch mit. Es gehört nicht mir, es gehört eigentlich meiner Großmutter Galawyn, aber wer sie kennt, weiß, daß sie selbst sich kaum mehr erinnert, jemals überhaupt ein Tagebuch oder eine andere Schrift angefertigt zu haben. Ihr Geist weilt in der Ferne, sowohl an Ort als auch an Zeit. Er blieb zurück an einem Tag, an dem ihr so Schreckliches widerfuhr, daß sie sich selbst vor der Welt verschloß und bis heute nicht mehr die Türen öffnete, die sie so fest zugeschlagen hatte. Doch ihre Aufzeichnungen über jenen Tag, die gibt es noch. Lange verborgen in einer Kiste auf dem Dachboden jenen Hauses, das meine Familie in Bree erwarb, nachdem sie hierher ausgewandert war. Für diese Auswanderung gab es vielerlei Gründe: zum einen der Weg meines Vaters Galariad, den diplomatischer Befehl aus Gondor ins Breeland sandte. Und zum anderen etwas, das weitaus persönlicher war, das nicht nur meine Großmutter erschreckte, sondern meine ganze Familie und das uns bis heute wie ein Schatten im Nacken sitzt. Uns ging es gut mit diesem Schatten, wir hatten ihn beinahe vergessen, so fern der Heimat. Und wir rechneten auch nicht damit, sie jemals wiederzusehen. Doch nun....nun scheint sich alles zu verändern. Gondor ist nicht mehr so fern, wie es vor wenigen Monaten noch war. Der versperrte Weg zurück in den Osten öffnet sich wieder und die freien Völker sammeln sich, um ihn zu beschreiten und dem entgegen zu treten, was an seinem Ende auf sie lauert und jetzt schon mit kalten Klauen nach ihnen greift: Mordor. Wer aus Gondor stammt, der weiß, was das bedeutet, lebte er doch seit jeher in finsterer Nachbarschaft mit diesem Land und seinen Kreaturen. Die meisten reden nicht gerne darüber, denn wohliger ist es ja auch, sich über angenehme und erheiternde Dinge zu unterhalten. Wem also danach ist, der solle nun gehen und weghören. Die anderen, die auch lauschen, wenn über Dunkelheit und Grauen berichtet wird, die sollen bleiben. Es ist Zeit, sich zu erinnern. Und - es ist Zeit sich vorzubereiten auf das, was kommen wird. Für alle. Wisset, daß dort nicht nur Heldentaten gegen den Feind warten werden, nicht nur Ruhm und Sieg, sondern auch Schmerz und Verlust. Ich schlage nun das Tagebuch meiner Großmutter Galawyn auf. Verzeiht, wenn meine Stimme heute leiser sein mag als gewöhnlich...
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Nariena Schurkin der Menschen, Stufe 60 Sippe: Faust und Feder [DE-RP] Belegaer Last edited by Nariena; 24-01-2009 at 12:14 AM. |
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~Die Waldelben~ Aus den Aufzeichnungen von Galawyn Ghaldean Prolog: Müde sind meine Knochen nun und schwer fällt es mir die Hand zu erheben, doch wenn auch die Feder schwach in meinen Fingern liegt, so will ich berichten von einer Reise, die wohl eine meiner seltsamsten war. Viel sah ich in den langen Jahren meines Lebens und viel verwunderte mich – doch nur wenig bewegte mich so sehr wie jener Tag, als ich die Grenzen zu einem Reich überschritt, welches einst zu viel Kenntnis unter den Menschen Rohans und Gondors gelangen sollte. Ein Volk wohnte dort in jenen Landen, welches sich selbst die „Galadrim“ nannte. Eine lange Geschichte begleitete es wohl und in diesen Tagen, wo das Licht meiner Augen langsam zu erlöschen beginnt, will ich sie nieder schreiben auf das Pergament, das jene Geschichte noch immer erzählen soll, wenn meine Stimme längst verklungen ist. Die Galadrim kamen einst aus dem Westen, sagten sie mir. Sie erlebten den Wandel der Welt und wandelten sich selbst, sie erlebten das Aufgehen neuer Könige und ihren Fall unter der Hand des dunklen Herrschers. Sie sahen Kontinente versinken und tauchten wieder ein in die Finsternis, sie nahmen den Untergang vieler Wesen hin und lebten im Verborgenen weiter – doch immer überlebten sie und ihre Geschichte wurde geschrieben, weitab von der Kenntnis der Weisesten unter uns, obgleich sie älter als die Welt selbst sein mochten. So munkelten manche, denen ich später begegnete...doch die Leute reden viel, wenn die Kerzen heruntergebrannt sind und das Bier ihre Kehlen benetzt. So will ich selbst berichten, was meine müden Augen sahen und meine Geschichte nimmt ihren Anfang. Denn ich beschloß nun selbst in die goldenen Waldreiche aufzubrechen, die doch so nah an meine eigenen Lande grenzten und die dennoch so fern und geheimnisvoll schienen wie die Sterne. Kapitel 1: Der goldene Wald Es muß im Sommer gewesen sein... Meine Füße führten mich auf verschlungenen Wegen durch tiefe Schluchten. Lange war ich gelaufen, schwer auf meinen Wanderstab gestützt, und Müdigkeit plagte mich. Längst musste ich einsehen, dass ich mich verlaufen hatte, als die Schatten der Bäume auf den Berghängen immer länger wurden und das goldene Licht der untergehenden Sonne durch die grünen Dächer der Blätter auf mich hinab fiel. Eine kleine Lichtung tat sich vor mir auf und die Schlucht verbreiterte sich. So strebte ich seufzend auf sie zu, mich endlich niederlassend und die alten Beine ausstreckend. Krumm waren sie geworden und ich schmunzelte in meine lange Robe hinein. Ein alte Frau wie ich...zwar einst in Pelargir sesshaft geworden, und doch immer nur auf Wanderschaft...und ausgerechnet ich hatte mich verlaufen. Doch mein Sinnen half ja nichts, ich musste einen Weg aus diesem Gebirge finden und so öffnete ich meinen Rucksack und nahm einige Karten zur Hand. Ich betrachtete sie aufmerksam und erkannte einige Wegpunkte wieder, die ich wohl passiert haben musste, auch fand ich die Stelle, wo ich die Grenze Rohans überschritten hatte, doch wo ich mich jetzt befand vermochte ich nicht zu sagen. Wie ich die Karte auch drehte und wendete, ich war mir schließlich sicher, dass dieser Ort auf der Karte völlig fehlte. Erstaunt strich ich mir das Haar zurück, dass ich wohl tatsächlich auf ein Stück Land gestoßen war, dass den meisten Kartographen unbekannt war – und ich hatte in meinem langen Leben eine Menge Kartographen kennengelernt. Ich liebte Karten. Oftmals lernte ich sie gänzlich auswendig. Ich schätze die feinen Zeichnungen, die lieblichen Schriften, welche oft gar kunstvoll verziert waren – doch noch mehr mochte ich die Vorstellung, welche Völker, welche Wesen, welche Reiche sich hinter den Zeichnungen der Karten verbergen mochten. Ich träumte viel – und irgendwann war ich einfach aufgebrochen, um sie alle zu erkunden. Doch noch nie war es mir passiert, dass ich mich verlief und in einem Land wiederfand, von dem es keine Karte gab, oder zumindest keine vollständige, die den Menschen zugänglich gewesen wäre. Da saß ich nun, ich alte Närrin, und glotzte in die hereinbrechende Nacht. So nahm ich schließlich mein Zunderholz und entfachte ein kleines Feuer, das mich wärmen sollte. Ich lehnte mich an einen Baum und versuchte es mir so bequem wie möglich zu machen. Auf den Morgen warten wollte ich und beobachtete eine lange Zeit den Mond, der langsam über den blinkenden Sternhimmel kroch. Irgendwann fielen mir die Augen zu und ich nickte ein. Unruhig schlief ich. Die Borke des Baums drückte unangenehm gegen meinen Rücken und ich rutschte immer wieder ab. Meine Schulter schlief ein und kribbelte. Ärgerlich schlug ich die Augen wieder auf, doch traf mich der Schlag, als ich plötzlich einige dunkle Gestalten auf meiner Lichtung entdeckte. Mein Feuerchen glimmte nur noch, doch konnte ich sie erkennen. Sie waren klein und gedrungen, doch stämmig und kräftig und sie verströmten einen wahrhaft abscheulichen Gestank. Sie kamen direkt auf mich zu und ich hörte sie grunzen und knurren. Bei Elendil, dachte ich! Es waren Orks! Meine Hand glitt über den Boden und ich versuchte rasch meinen Wanderstab zu packen. Eine geringe, kaum ausreichende Waffe...denn ich war Entdeckerin, keine Kämpferin und so war dies meine einzige Verteidigung. Gegen eine Truppe von Orks konnte sie nicht viel ausrichten, doch wollte ich nicht wehrlos sterben. Immer weiter kamen sie auf mich zu, es mussten sieben oder acht an der Zahl sein und ihr Gestank vernebelte mir beinahe die Sinne. Ich spürte, dass ich wohl bald mein Leben unter ihren Klauen aushauchen würde.
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Nariena Schurkin der Menschen, Stufe 60 Sippe: Faust und Feder [DE-RP] Belegaer Last edited by Nariena; 20-01-2009 at 05:02 PM. |
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Doch plötzlich hörte ich ein merkwürdiges Flüstern und ein dichter, undurchsichtiger Nebel kam auf. Mir war als huschten Gestalten an mir vorbei und ein leises Flüstern war zu vernehmen. Es klang beinahe wie eine Art Flüstergesang. Die Orks begannen zu röcheln und dumpfe Kampfgeräusche waren zu hören. Dann verging der Nebel so unverwandt wie er gekommen war, doch die Orks waren tot – und sie hatten merkwürdige Schnitte auf ihren Körpern und schlanke Pfeile steckten in ihren Hälsen. Ungläubig starrte ich auf das, was sich eben zugetragen zu haben schien. Schnell entfachte ich das Feuer wieder und blickte mich um. Kaum eine Spur dieses Nebels war mehr zu sehen...nur noch einige Schwaden waberten zwischen den umherstehenden Bäumen und Felsen, doch die Lichtung war wieder frei. Ich trat zwischen die toten Orks und drehte einige von ihnen mit der Stiefelspitze herum. Es konnten nur wenige Minuten vergangen sein, vielleicht drei oder vier – doch die Orks waren tatsächlich mausetot! Ich hatte mir diesen Kampf nicht eingebildet...er hatte stattgefunden. Verstört schüttelte ich den Kopf und ging in die Hocke, eine der Leichen näher untersuchend. Ich betrachtete eingehend den Schaft eines Pfeils, der in ihrem Körper steckte. Ich hatte noch nie einen solchen Pfeil gesehen. Er war aus dunklem Holz und mit eigenartigen Schriftzeichen versehen, die so fein und filigran gewebt waren, dass ich sie einfach wunderschön fand. Wieder blickte ich mich um...zu gerne hätte ich meine unsichtbaren Retter zu Gesicht bekommen, ihnen gedankt und einfach nur sehen wollen, was für Wesen sie wohl sein mochten – die so leicht und präzise mit einer Horde Orks fertig geworden waren. Doch Stille herrschte. Nicht einmal die Grillen zirpten mehr, noch vernahm ich die dumpfen Schreie der Eulen. Es war unheimlich. Ob sie noch in der Nähe waren? Ich vermochte es nicht zu sagen, doch bekam ich auf einmal das Gefühl, beobachtet zu werden. Was sollte ich nun tun...hierbleiben wollte ich nicht, doch wohin sollte ich schon gehen – mitten in der Nacht, in einem Gebiet, in dem ich mich nicht auskannte. So entschloß ich mich, die Orks zu beseitigen. Ich packte einen an den Füßen und schleifte ihn zum Rand der Lichtung, zwischen die erste Reihe der nahestehenden Felsen. So verfuhr ich auch mit den anderen...ich wollte ihre Kadaver wenigstens nicht sehen müssen. Keuchend und stöhnend hatte ich sie schließlich irgendwann alle fort geschafft und nebeneinander gelegt, als ich wieder zu meinem Baum zurückkehrte und mich erneut niederließ. Mein Körper zitterte und mir war übel. Doch war ich erschöpft und wollte versuchen, noch ein wenig zu schlafen, bis der Morgen anbrach. Ich hatte kein gutes Gefühl, auch wenn ich nicht direkt Angst verspürte...denn etwas oder jemand an diesem Ort schien auf mich aufzupassen. So lehnte ich mich wieder gegen den Baumstamm und wollte die Augen schließen, als etwas auf der Lichtung meine Aufmerksamkeit erregte: Im matten Feuerschein sah ich etwas glänzen. Es musste ein Gegenstand sein, der dort im Gras lag...die Flammen tanzten auf seiner Oberfläche und ließen ihn immer wieder aufblitzen. Ich stutzte und richtete mich auf, auf allen Vieren krabbelte ich zu jenem Ding hinüber. So wie es glänzte, musste es aus Metall sein. Hatte ich etwas von den Orks übersehen – oder gehörte es gar meinen unbekannten Rettern? Noch näher kam ich jenem Kleinod und schob schließlich Gras und Erde beiseite, als ich es erreicht hatte. Mein Erstaunen war nicht gering, als ich ein Schwert vor mir auf dem Boden liegen sah. Ich nahm es vorsichtig auf und betrachtete es. Nein, es gehörte gewiß nicht den Orks. Es war eine kunstvolle, elegante Klinge und in ihrem Griff waren jene Schriftzeichen eingraviert, die ich auch in den Schäften der Pfeile vorgefunden hatte, die die Orks getötet hatten.
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Nariena Schurkin der Menschen, Stufe 60 Sippe: Faust und Feder [DE-RP] Belegaer |
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An der Schneide der Klinge klebte Blut. Der, dem dieses Schwert gehörte, musste also einer meiner Befreier sein! Aufregung wuchs in mir und mein Herz begann zu klopfen. Ich sprang auf die Füße als sei ich eine junge Maid und hielt das Schwert hoch, mich damit im Kreise drehend. „Grüße, meine Freunde!“, rief ich lauthals aus, in alle Richtungen blickend – ich war sicher, dass sie noch da waren. „Ich habe etwas gefunden, das Euch gehört und möchte es zurückgeben!“ Ich platzte beinahe vor Neugier, ob sie sich zeigen würden. Noch höher reckte ich das Schwert, damit sie es sehen sollten – wo immer sie auch waren. Doch zu meiner Enttäuschung passierte gar nichts. Schon hatte ich erwartet, dass wieder ein unheimlicher Nebel aufsteigen und das Schwert einfach verschlucken würde – doch nichts geschah, nichts regte sich. „Heda!“, rief ich noch einmal. Wieder nichts. Schließlich gab ich es auf und kehrte zu meinem Nachtlager am Fuße des großen Baumes zurück. Das Schwert hielt ich fest in den Armen. Vielleicht interessierte sie diese Klinge auch gar nicht...vielleicht war ich ein Narr zu glauben, dass sie wegen eines Schwertes zurückkommen würden. So nahm ich es an mich und schlief mit enttäuschten und verwunderten Gedanken wieder ein. Die Morgensonne kitzelte mich in der Nase, als ich am nächsten Vormittag erwachte. Ich hörte Vögel zwitschern und die Lichtung schien von Sonne nur so durchflutet zu sein. Meine Glieder streckend richtete ich mich auf und das Schwert fiel mir in den Schoß – offenbar hatte ich es die gesamte Nacht lang umklammert gehalten. Ich schüttelte den Kopf, um vollends wach zu werden und warf einen Blick auf die Lichtung. Meine Stirn runzelte sich: es waren keine Spuren zu erkennen. Nicht einmal das Gras war noch plattgedrückt, wo die Leichen der Orks gelegen hatten. Ich stand auf, das Schwert in der Hand haltend und ging auf den Rand der Lichtung zu, wo ich die Kadaver hingeschafft hatte, um sie aus den Augen zu haben. Auch diese waren verschwunden! Ich ballte eine Faust. Betrog mich mein Verstand? Nein, das konnte nicht sein...als Beweis hielt ich diese Klinge in der Hand. Ich wog das Metall in der Hand – sie war echt. Ich blinzelte. Nein, die Klinge war da. Ich hatte diesen Kampf erlebt. Doch beschloß ich, diese Lichtung so schnell wie möglich zu verlassen. So raffte ich mein spärliches Gepäck und verließ ernsten Blickes den Ort, einen Pfad suchend, der mich hoffentlich rasch aus diesem Gebirge führen würde. Aus dem Bauch heraus schlug ich den Weg nach Westen ein, zu diesem Zeitpunkt nicht ahnend, dass mich dieser Weg nur noch tiefer in diese Lande führen sollte. Das Schwert nahm ich mit mir und betrachtete es im Gehen immer wieder. Der Griff schien aus purem Gold zu sein, so sehr funkelte und glänzte es. Ein kostbares Stück. Und dann kam mir plötzlich der Gedanke, dass man mich für einen Dieb halten könnte, wenn man ein solch edles Schwert bei mir fand. Ich blickte an mir herab: meine Kleidung war abgenutzt und verwaschen. Wahrlich, ich machte keineswegs den Eindruck, als hätte ich ein solches Kunstwerk auf rechtem Wege erworben. Doch was sollte ich tun? Es einfach ins Gebüsch schmeißen konnte ich nicht, es war der einzige Hinweis auf das Geheimnis, das die vergangene Nacht für mich geborgen hatte. Und die Neugier trieb mich, es zu lüften. Als ich so grübelte, hatte ich nicht gemerkt, dass meine Schritte mich tatsächlich wieder auf einen Pfad geführt hatten. Ein befestigter Weg führte auf einmal vor mir durch die Felsen und ich atmete auf. Gewiß war eine Siedlung oder gar eine Stadt in der Nähe...wer sonst hätte sich die Mühe gemacht, diesen Weg anzulegen. Ich prüfte seine Festigkeit mit dem Fuß. Wahrscheinlich wäre er sogar für ein Fuhrwerk oder zumindest einen Handkarren tauglich gewesen. Ich verbarg das Schwert unter meinem Umhang. Wenn mir jemand auf dieser Straße begegnete, so musste er es ja nicht unbedingt sofort sehen. Doch ich handelte zu spät...
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Unmittelbar vor mir raschelte es plötzlich in einer Baumkrone. Ich zuckte zusammen und blickte nach oben. Ein mächtiger Ast hing in vier Schritt Höhe über meinem Kopf über der Straße und sein Blattwerk teilte sich. Ich nahm eine schattenhafte Bewegung wahr und eine sorgsam verhüllte Gestalt landete in einer eleganten Rolle vor mir auf der Straße. Sie schwang sich von dem Ast hinab und ihre Füße kamen lautlos auf, nicht einmal das leichte Geröll unter ihren Stiefeln knirschte. Meine Augen weiteten sich vor Überraschung, als sich die Gestalt aufrichtete, den dunkelgrünen Umhang zurückschlug und einen Arm auffordernd nach mir ausstreckte. „Du hast etwas, das mir gehört, alte Frau. Gib es mir.“, sprach sie zu mir. Ich konnte mich kaum rühren und öffnete nur sprachlos den Mund. Die Stimme jenes Wesens klang klar und warm, nicht unfreundlich, doch sehr bestimmt. Es war also ein Mann und er war gut und gerne einen Kopf größer als ich, sehr schlanken Körperbaus, doch von nicht zu unterschätzender, sehniger Kraft. Ich blickte in das Dunkel seiner Kapuze, sein Gesicht konnte ich nicht ausmachen. Seine Hand bewegte sich in fordernder Geste. „Gib mir das Schwert, es gehört dir nicht!“, wiederholte er. Breitbeinig stand er vor mir auf der Straße und schien mich scharf musternd anzublicken. Ich spürte förmlich seinen stechenden Blick, obgleich ich seine Augen nicht sah. Ich holte zitternd das Schwert unter meinem Mantel hervor und hielt es ihm hin. Langsam kam er auf mich zu. Seine Bewegungen waren flüssig und leicht, er hatte nichts Bedrohliches an sich, doch bemerkte ich, dass er sehr aufmerksam und konzentriert war. Meine Furcht verflog und wieder überkam mich Neugierde. Als er mich erreicht hatte und nach dem Schwert griff, ließ ich die Klinge nicht los, sondern hielt sie zu meiner eigenen Überraschung stur fest. „Wer bist du?“, fragte ich den Fremden keck. Er sog die Luft ein und hielt einen Augenblick inne, als hätte er nicht mit dieser Frage gerechnet. Doch dann verhärtete sich sein Griff um das Schwert und er entriß es mir mit einem Ruck, ohne dass ich hätte dagegen halten können. So musste ich es fahren lassen und sah nur noch zu, wie er es in eine Scheide an seinem Gürtel steckte. Er war in braune, sehr feine Stoffe gekleidet, die ausgezeichnet zugeschnitten waren. Schon dachte ich, er wolle einfach wieder verschwinden, doch dann erhob er noch einmal ddie Stimme: „Geh deines Weges, Menschenweib, und kehre nicht in diese Wälder und Schluchten zurück.“ Mit diesen Worten drehte er sich um und ging. „Aber ich kenne den Weg nicht!“, warf ich schnell ein. Der Fremde hielt erneut inne. Ich hörte ihn leise seufzen. „Wohin willst du? Vielleicht kann ich dir helfen.“, sagte er widerstrebend, doch bedächtig. "Ich...ich weiß nicht....ich habe mich verlaufen...und besitze keine Karte, die diesen Wald verzeichnet. Wenn Ihr mich zur nächsten Siedlungen bringen könntet, wäre ich Euch mehr als dankbar.“, erbat ich. Er lachte leise. „Du hast dich verlaufen und weißt nicht, wohin du willst? Dies ist kein günstiger Ort für dich...so werde ich dir helfen. Denn ich will dich genauso schnell wieder loswerden, wie auch du diesen Ort verlassen willst.“, meinte er dann und drehte sich zu mir um, mir bedeutend, dass ich ihm folgen sollte. Ich schloß zu ihm auf. „Wie nennt man diesen Ort?“, fragte ich neugierig, als wir unseren Weg fortsetzten. Der Fremde führte mich die Straße entlang. „Dies ist das Land Lothlorien. Und ich werde dir nun den kürzesten Weg hinaus zeigen.“, erwiderte er knapp, ohne weiter auf meine Frage einzugehen. Lothlorien – diesen Namen hatte ich schon zuvor gehört. Er wurde stets verhalten ausgesprochen und mit großer Ehrfurcht. Der Fremde zog mich bald von der Straße und schlug einen schmalen Pfad ein, der verschlungen durch niedrige Felsen und Farne führte. Ich verlor nun völlig die Orientierung. Und wäre dieser Mann nicht bei mir gewesen...wahrscheinlich hätte ich auf ewig in diesem Land festgesessen und wäre ohne Ziel herumgeirrt. Ich folgte ihm so dicht ich konnte, so dass er mich immer wieder von sich schob, als könne er die direkte Nähe nicht ertragen.
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„Ihr habt mich letzte Nacht vor den Orks gerettet, nicht wahr? Ich möchte Euch wahrlich dafür danken...“, richtete ich irgendwann wieder das Wort an meinen Begleiter. Er schwieg. Nach einigen Sekunden nickte er jedoch. Er war wirklich seltsam. Je länger ich ihm durch die Stille der Bäume folgte, umso seltsamer erschien er mir. Die Luft erwärmte sich langsam und Staubpartikel tanzten in den einfallenden Sonnenstrahlen. Ich wurde etwas schläfrig, hatte ich in der Nacht kaum und nur schlecht geschlafen. Meine Knochen schmerzten mich und ich begann zu keuchen. Meine Vorräte waren erschöpft und so hatte ich auch kein Frühstück eingenommen. Nur mühsam hielt ich meine Augen auf den Fremden gerichtet, um seine Spur nicht zu verlieren. Doch immer mehr war mir, als würden seine Umrisse mit dem Wald verschmelzen. Nur dort, wo das Sonnenlicht hell durch die Baumwipfel der knorrigen Bäume am Wegesrand schien, sah ich ihn deutlich vor mir. Vor der dunklen Felswand schien er beinahe gänzlich unsichtbar zu sein. Welch ein Wesen war er nur....ich hätte meinen rechten Arm dafür gegeben, nur um einmal in sein Gesicht blicken zu dürfen. Stunden mussten vergangen sein, wie er mich so durch das Land führte. Ich wurde immer hungriger und müder und meine Kräfte schwanden, bis ich plötzlich strauchelte. Mein Begleiter bemerkte es sogleich und packte mich unter den Armen, mich auffangend. „Was ist mir dir, Menschenweib?“, fragte er streng, doch schien er besorgt. Schweiß stand auf meiner Stirn, als er mich kraftvollen Griffs wieder aufrichtete. Ich spürte, wie er mich musterte. Dann nahm er mich kurzerhand hoch über seine Schulter und trug mich. Mein Kopf schmerzte und ich roch Tannennadeln und Moos, als mein Gesicht gegen den Rücken meines neuen Freundes fiel. Er beschleunigte seine Schritte, doch ging er immer noch leichtfüßig dahin. Die Sonne schien mir in den Nacken und ich spürte, wie flau mein Magen vor Hunger wurde. Meine Beine schmerzten und ich fiel schläfrig in den gleichmäßigen Trott des Fremden. Er schien beinahe nur so über die Felsen zu fliegen und ich sah den Boden rasch unter mir vorbeiziehen. Mir wurde schwindelig...und ich verlor schließlich das Bewusstsein. Eine lange Zeit lag ich im Dunkel, nichts spürend, nichts wissend. Das Land um mich herum war versunken, noch spürte ich die Gegenwart des Fremden, der mich über seiner Schulter trug. Nur schwer konnte ich mir selbst eingestehen, dass ich mir auf meine alten Tage zuviel zugemutet hatte. Tagelange Wanderungen ohne erholsamen Schlaf und ausreichende Vorräte – so töricht musste ich wohl das letzte Mal in meiner Jugend gewesen sein. Meine Lippen fühlten sich rissig an, als ich irgendwann wieder die Augen aufschlug. Ich blinzelte...und dann öffnete ich sie ganz. Mein Kopf fuhr sofort hoch, als ich plötzlich nicht mehr die dichten Baumwipfel und steilen Felsklippen über mir erblickte, sondern auf den Stoff eines Baldachins blickte, der mit filigranen Ornamenten verziert war. Ich wälzte mich auf die Seite und hörte Kissen unter mir rascheln. Verwundert blickte ich an mir hinab. Weiße Laken bedeckten meinen Körper und ich ruhte auf einem großen, weichen Lager. Ächzend versuchte ich mich aufzurichten, doch fühlte ich plötzlich einen Widerstand an meiner Schulter und es gelang mir nicht. Ich warf einen Blick seitwärts: ein Arm presste sich gegen meinen Oberkörper und drückte mich zurück in die Kissen. Sprachlos starrte ich auf diesen Arm. „Bleib ruhig liegen, Frau, und ruhe dich aus. Du bist erschöpft.“, hörte ich eine Stimme und ich erkannte, dass es dieselbe klare und so ungemein warme Stimme war, mit der mein seltsamer Begleiter gesprochen hatte. So gehorchte ich ihm und blickte auf, als mein Kopf wieder in die Kissen zurücksank. Ich war sprachlos, als ich ihn anblickte. Wie sehr hatte ich mir doch gewünscht, dieses Wesen zu erblicken, welches so behände im Verborgenen kämpfte und gar im Sonnenlicht nahezu mit den Schatten der Bäume verschmolzen war. Ich hatte beinahe einen Geist erwartet...doch dieser hier war aus Fleisch und Blut. Wie abwesend griff ich nach seinem Unterarm, der sich noch immer gegen meine Schulter stemmte und starrte weiter in sein Gesicht. Es war jung, doch waren seine dunklen Augen so zeitlos, dass ich nicht zu sagen vermochte, wie alt er tatsächlich war. Edel waren seine Gesichtszüge, doch seine Miene ernst und verschlossen. Schließlich nahm er seine Hand von meiner Schulter und richtete sich auf, seine Arme vor der Brust verschränkend. Blondes Haar, dass wie Gold glänzte, fiel seinen Rücken hinab und zwei spitze, lange Ohren ragten daraus hervor. "Ein Elb?", schoß es mir durch den Kopf. Von Licht erfüllt sollten diese Wesen sein, wie es die Legenden berichteten...und doch hatte dieser hier auch etwas Dunkles an sich. Nichts Greifbares, doch schien es spürbar von ihm auszugehen. Es mussten seine Augen sein. Sie waren so dunkel, dass ich beinahe schauderte, auch wenn ich nichts Feindseliges oder Unfreundliches darin erkennen konnte. Er schien nur mißtrauisch zu sein...irgendwie...
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Er trug ein ärmelloses Wams und seine bloßen Arme offenbarten die ungesehene Kraft seines Körpers. Ich schluckte. Dann fand ich wieder zu mir und sah mich um. Ich sah Bäume, viel größer und älter als noch zuvor an den Grenzen. Einige Säulen aus weiß getünchtem Stein standen zwischen ihnen umher und warfen lange Schatten. „Wo...wo...bin ich?“, fragte ich heiser. Der Elb nickte. „Nahe der...Stadt, wie Du es wohl nennen würdest...Caras Galadon. Du hast hier nichts zu befürchten. Ich brachte dich her, als du auf den Gebirgspfaden zusammenbrachst. Du sollst dich erholen, bevor du deine Reise fortsetzt.“, sagte er langsam. Ich krächzte etwas, was wohl ein Dankeschön sein sollte. Meine Kehle war wie ausgedorrt. „Ich lasse Dir etwas zu essen und zu trinken bringen.“, entschied der Elb, als er es bemerkte, und wandte sich von mir ab. „Warte!“, rief ich ihm rasch hinterher, doch dann wurde ich von einem trockenen Husten geschüttelt und verlor meinen Retter aus den Augen. Er verschwand zwischen den mächtigen Bäumen. Enttäuscht nun wieder allein zu sein, kam ich langsam zu Atem. Ich war in der Tat hungrig und durstig und so wartete ich ab, ob er noch einmal zurückkommen würde. Ich lauschte – und auf einmal vernahm ich das gleichmäßige Rauschen eines Wasserfalls. Er schien aus unmittelbarer Nähe zu kommen und so tat ich einen Blick um mich herum. Tatsächlich bemerkte ich am Horizont eine hohe Schlucht, aus der sich ein tosender Fluß in ein Tal ergoß, das meinen Blicken vom Lager aus jedoch verborgen blieb. Neugierig betrachtete ich weiter den Ausblick, der sich mir bot. Ich mußte auf einer Anhöhe liegen. Ich sah auf einige weitere Lager die ringsumher lagen, ähnlich dem meinen: mit Baldachinen überspannt oder auf Plattformen an den Stämmen der Bäume gelegen. Endlos dehnten sie sich aus. „Die Stadt der Elben...wahrlich..“, wiederholte ich tonlos die Worte des Elben. Wie ein Kind, das zum ersten Mal den freien Himmel erblickt, starrte ich unter dem Baldachin hervor, als sich mir erneut jemand zu nähern begann... Ich zuckte etwas zusammen, doch dann weiteten sich meine Augen vor Verwunderung, als ich eine Frau erkannte. Sie war in ein langes graublaues Gewand gekleidet. Ihr Haar bedeckte eine weite Kapuze, doch schimmerten darunter seidige Locken hervor und ihre Haut war alabasterfarben. Um den Hals trug sie ein seltsames Amulett und etwas Unnahbares schien von ihr auszugehen. Schweigend trat sie an mich heran und legte mir eine kühle Hand auf die Stirn, dann nickte sie mir zu und sprach mit klarer Stimme: „Du darfst mich Lúiriel nennen.“ Ich neigte nur leicht den Kopf, meine Zunge schien plötzlich angeschwollen zu sein und füllte meinen gesamten Rachen aus – so kam es mir zumindest vor. Lúiriel betrachtete mich aufmerksam und sagte dann ruhig: „Du bist sehr erschöpft, Reisende, doch fehlt Dir nichts Ernstes und Du wirst bald wieder wohlauf sein. Bis dahin erfreue Dich der Gastfreundschaft der Galadrim, hier im Lager kannst Du Dich frei bewegen.“ Sie lächelte mir zu, dann erhob sie sich und meine Augen weiteten sich. Ich wollte nicht, dass sie ging. Dieses Volkes begann mich zu interessieren und ich musste mehr erfahren, selbst wenn es mich meine Seele kosten würde! So nahm ich all meine Kraft zusammen und stärkte den Rest Willen, der mir bei meiner Erschöpfung noch geblieben war. „Wartet, erzählt mir mehr über Euch!“, krächzte ich.
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Nariena Schurkin der Menschen, Stufe 60 Sippe: Faust und Feder [DE-RP] Belegaer Last edited by Nariena; 20-01-2009 at 09:29 PM. |
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An dieser Stelle muß ich das Buch nun sinken lassen und schweige, denn hier enden die Aufzeichnungen Galawyns. Die folgenden Seiten sind herausgerissen, ganz deutlich ist es an der Mittelnaht des Buches zu erkennen. Etwa zwei Dutzend könnten es gewesen sein. Wer sie entfernt hat und warum, ist nicht vermerkt - jedoch schien es in großer Hast oder in großer Aufruhr geschehen zu sein, denn die Rißkanten sind äußerst unregelmäßig. Nur einen allerletzten, kaum auffindbaren Absatz will ich Euch noch vorlesen, verborgen auf einer der letzten, verbliebenen Seiten. Die so feine und gewissenhafte Handschrift meiner Großmutter wirkt plötzlich zittrig und uneben, ihre Sprache verworren. Hört zu:
Seite 33 Ich hätte auf Lúiriel hören sollen. Ich fühlte mich jedoch so beseelt, so erhaben und von solcher Neugier getrieben, daß ich ihre Warnung mißachtete. Ich konnte dem magischen Ding nicht fernbleiben, ich mußte hineinsehen - ebenso, wie ich es die Herrin selbst zuvor hatte tun sehen. Dieser Kopfschmerz...bis in meine tiefsten Eingeweide drang er vor und ich konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen. Die Bilder, die ich sah...jedes einzelne schmerzte mich weiterhin und es gelang mir nicht mehr, sie aus meinem Geiste wieder zu verdrängen. War er tot? War er tatsächlich tot? Mein Galadan, mein Gatte? Ich weiß es nicht mehr. Ich sah nur noch die Dunkelheit, sonst nichts. Und ich fühlte Leere und Trauer, denn ich wußte, daß ich nach meinem Frevel verbannt worden war aus dem goldenen Wald. Als ich die Augen wieder aufschlug, bemerkte ich den Jungen. Nein...ein Junge war es eigentlich nicht. Es war ein Mann, von dunkelbraunem Haar und ein leichter Bart bedeckte seine Wangen. Es war immer noch dunkel, obgleich in der Ferne ein Feuer in einem gemauerten Kamin zu brennen schien, daß das Haus mit Wärme füllte. Er sah mich mit verzerrtem Blick an, der große Sorge ausdrückte. Und Liebe. Aber ich konnte mich nicht erinnern. Er kniete vor mir, warum? Dann sah ich auch die Mädchen. Zwei waren es. Ihr Haar war lang und ebenso schwarz wie das seine. "Großmutter!", sagte die eine zu mir, sie mochte 12 oder 13 Jahre alt sein. Ich konnte mich nicht erinnern....wer war sie... Eine Zeichnung folgt nun, ich zeige sie Euch... ![]() Ich lege dies Buch nun beiseite, denn mehr steht darin nicht geschrieben. Jenen Mann, den meine Großmutter in ihren letzten Zeilen beschreibt, war mein Vater: Galariad Ghaldean. Und eines der beiden Mädchen...das war ich. Das andere war meine Schwester Nariala.
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Nariena Schurkin der Menschen, Stufe 60 Sippe: Faust und Feder [DE-RP] Belegaer Last edited by Nariena; 20-01-2009 at 09:37 PM. |
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Dunkel wird es draußen vor dem Fenster des "Pony". Die Zeit schreitet voran und ich weiß, daß sich nun viele Fragen auftun, mehr, als es Antworten zu geben scheint. Wollt Ihr noch etwas trinken? Bestellt Euch, was nach Eurem Sinne ist. Ruft Herrn Butterblume heran, auf daß er schäumende Krüge und gut gefüllte Kelche zu uns bringe. Ich zahle die Zeche - und seid unbesorgt, sie soll aus meiner Geldkatze beglichen sein und nichts wird später in den Euren unbemerkt fehlen. Denn noch ist die Zeit nicht gekommen, zu enden. Wir werden die Lücken füllen, die in das Tagebuch Galawyns geschlagen wurden.
Obgleich es ihn nicht erfreute, als ich ihn darum bat, war es doch mein Vater Galariad, der einen Teil des Verlorenen wiederbrachte. Er gab einem befreundeten Schreiber (sein Name ist Faerennaur, dies sei ihm zur Ehre erwähnt) Gedanken und Worte zur Niederschrift. Entzünden wir eine neue Kerze auf unserem Tisch, auf daß meine Augen genügend Licht zum Weiterlesen haben - denn keineswegs dürfen Galariads Worte nun ungehört bleiben. Höret...
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Nariena Schurkin der Menschen, Stufe 60 Sippe: Faust und Feder [DE-RP] Belegaer Last edited by Nariena; 20-01-2009 at 10:00 PM. |
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Junior Member
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[...] Her son Eomer was born in 2991, and her daughter Eowyn in 2995. At that time Sauron had arisen again, and the shadow of Mordor reached out to Rohan. Orcs began to raid in the eastern regions and slay or steal horses. Others also came down from the Misty Mountains, many being great uruks in the service of Saruman, though it was long before that was suspected. [...]
(J.R.R. Tolkien, The Return of the King, Appendix A, II, The House of Eorl, p. 351) __________________________ Es folgt ein Bericht Galariad Ghaldeans, Vater Nariena Ghaldeans, über das Schicksal seiner Familie, zugleich Ergänzung des Tagebuchfragments Galawyn Ghaldeans, seiner Mutter, über ihre folgenschwere Reise in den goldenen Wald. Der folgende Bericht, den zu geben ich mich schwer tue, ist eine Ergänzung der Erzählung meiner Frau Mutter Galawyn und ihres Tagebuchs über den goldenen Wald. Der Titel, den sie ihren Aufzeichnungen verlieh - "Über die Waldelben" - läßt wenig von dem erahnen, was ihr selbst und unserer gesamten Familie in jenen schicksalsschweren Tagen widerfuhr. Das Tagebuch selbst gelangte Nariena und damit nun euch allen zur Kenntnis und verbirgt schwere und schmerzhafte Erinnerungen. Nicht unlieb wäre es mir gewesen, wäre es niemals ans Licht gelangt und würde noch immer verborgen auf einem Speicher schlummern. Doch was geschah, geschah, und somit möchte ich mein Bestes tun, um die Geschehnisse jener Unglückstage, welche ich mit eigenen Augen bezeugen konnte, selbst zu ergänzen und dadurch die vorhandenen Lücken der Erzählung zu schließen, insbesondere da der Mittelteil des Tagebuchs entfernt wurde. Auch ist damals leider allzu Vieles in meiner Abwesenheit geschehen. Den Kummer der Rekonstruktion solcher Ereignisse erspare ich mir, mögen meine Töchter, vornehmlich Nariena selbst, so sie dazu überhaupt willens und bereit sind, diese letzten fehlenden Bruchstücke in den Fluß der Erzählung weben. Ihr werdet mir nachsehen, wenn ich das Erlebte so nüchtern wiedergebe, wie es mir nur möglich ist. Geschichten sind mir keine Gelegenheiten der Trauer, lediglich Gelegenheiten des akkuraten Berichts; schreibt es meiner militärischen Ausbildung als Heermeister Gondors zu. Zudem vermag ich kaum so gewandt in Worten zu malen, wie meine Mutter oder noch besser meine Tochter Nariena es vermögen. Bevor ich berichte, was geschah, werde ich beschreiben, wo es geschah. Lind en Giliath, unser Bund, verfügt über passables Kartenmaterial. Werft also einen Blick darauf, wenn euch die Erzählung wahrhaft interessiert, denn wem es an Ortskenntnis gebricht, der ist ein Ahnungsloser, und dies sage ich nicht nur als Soldat. Ich empfehle euch eine Gesamtkarte des Westens oder aber eine Karte Rohans. Dort findet ihr das Gebiet, in welchem sich das Unglück zutrug - das Wold, auch das Ödland genannt. Im Westen wird es begrenzt vom Fangornwald, im Norden und Osten von den Flüssen Limklar und dem Anduin, im Süden geht es in Rohans Ostfold über. Das karge Wold steht unter keines Menschen Herrschaft, obgleich es nominell eine der Provinzen Rohans ist. Das hügelige aber baumlose Ödland wurde vormals als Weideland genutzt, doch seit Jahren vermögen Theodens Reiter nicht mehr, diesen entlegenen Landstrich zu befrieden. Natürlich lauert dort mitnichten ein Ork hinter jedem Strauch, doch muß ich kaum betonen, daß eine Reise durch das Wold dieser Tage nicht völlig sicher ist. Leider habe ich dies schon damals nicht zu Genüge betont. Nun möchte ich euer Augenmerk auf einen weiteren Ort lenken, einen, welcher zumindest damals sicher war - den Flecken Entbruck. Entbruck war eine kleine dauerhafte Siedlung der Rohirrim. Nun, aus gondorischer Sicht würde man zumindest von einer kleinen Siedlung sprechen. Für die Verhältnisse Rohans aber war es ein größerer Ort, bedeutungsvoll auch deshalb, weil, wie der Name bereits verspricht, sich dort die in weitem Umkreis einzige Brücke über die Entwasser spannte. Der Fluß Onodlo oder Entwasser entspringt tief im Fangornwald, verläßt diesen in östlicher Richtung, bevor sich sein Lauf gen Süden wendet. An eben dieser Wendung lag Entbruck. In besagtem Entbruck lebten Admunth und Roswilde, die Eltern meiner Gemahlin Falvine, auf großem Gehöft inmitten saftiger Weiden für die stolzen Rösser, deren Zucht Admunth sich veschrieben hatte. Jedes Jahr im Sommer besuchten Falvine und ich ihr Elternhaus in Entbruck, und jedes zweite oder dritte Jahr reiste auch meine Familie aus Gondor an, um dort in großer Runde gemeinsame und unbeschwingte Tage zu verleben. So begab es sich, daß in diesem Schicksalsjahr einmal wieder wir alle, Falvines Eltern Admunth und Roswilde, meine Eltern Galadan und Galawyn, Falvine, unsere Töchter Nariala, Iona und Nariena, ich selbst sowie einige weitere enge Verwandte fröhlich in sommerlicher Lebensfreude versammelt waren. ____________ Galariad Ghaldean Lind en Giliath [DE-RP] Belegaer |
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