Go Back   Codemasters Forums > MMO Games > The Lord of The Rings Online / Der Herr der Ringe / Le Seigneur des Anneaux > The Lord of the Rings Online - Languages > Der Herr der Ringe - Deutsch > Der Herr der Ringe Online - Community > Das tänzelnde Pony - Rollenspielforum
Sign In
Register on CodeM


Das tänzelnde Pony - Rollenspielforum Für Rollenspielunterhaltungen, die "in-Charakter" durchgeführt werden.

Reply
 
LinkBack Thread Tools Display Modes
Old 04-03-2008, 10:12 AM   #1 (permalink)
Junior Member
 
Join Date: Mar 2007
Location: Germany
Posts: 14
Default Auftritt einer Diva

Neulich in einer Taverne nahe Bree:

Der vertraute Gruch von Schweiß und saurem Bier weckte Erinnerungen; Öllampen warfen tanzende Schatten auf die rußigen Deckenbalken und die massiven Tische darunter.
Eine in eine glitzernde Tunika gehüllte Gestalt betrat die Bühne und das Publikum - zumeist abgehalftere, narbengesichtige Burschen deren Berufung höchst zweifelhaft war - hielt den Atem an.

Filiane lächelte, nun gut dies war nicht gerade das Publikum am Gondorischen Hof, aber man nimmt ja was man kriegen kann.
Verschmitzt mit den Zeigefinger warnend trat sie einem zu forsch grabschenden Verehrer die Nase ein und erhob ihr zierlich Stimmchen:

"Werter Pöbel!
Hiermit möchte ich mir darin gefallen euch einige einfach gehaltene Zeilen aus meiner neuen Langsing Poetrie - kurz LP - zukommen zu lassen."

"Dieses Werk möchte ich einem gewissen Zwergenwächter widmen, der Dreckskerl wird schon wissen dass er gemeint ist, welcher mir sehr am Herzen liegt."

Grinsend stieg sie einem etwas zu begeistertem Zuhörer, welcher soeben die Bühne erklimmen wollte, auf die Finger und drehte sich lächelnd auf dem Absatz herum:


Ich schlenderte gemach, versonnen aus der Schänkentür
Mit Armen voller Freudenwonnen lag die Nacht vor mir
In meinem Mund ein Pfeifchen hing, im linken Arm ein Mägdlein ging
In rechter Hand ein Krug voll Bier, so wandelten hinaus wir vier

Die Welt, sie hielt den Atem an, die Zeit stand stockend still
Und ich ersann, was ich noch retten kann und retten will

Doch als ich auf die Straße trat, voll Frohgemut und -sinn
Schritt ich in schlammig' Stadtunrat und schlitterte dahin
Der Untergrund geschwind entglitt, im Schwung nahm ich das Mägdlein mit
Die mir im Schreck und ihrem Flug das Pfeifchen aus dem Munde schlug

Die Welt, sie hielt den Atem an, die Zeit stand stockend still
Und ich ersann, was ich noch retten kann und retten will

Ich stützte mich mit linker Hand und warf mich hoch empor
Und zog dabei nicht grad galant am Haar das Mägdlein vor
Dann trat ich mit dem Fuß die Pfeif', die flog in einem Funkenreif
Hinweg der Magd, die grad nach vorn, wie ich erneut den Halt verlor'n

Die Welt, sie hielt den Atem an, die Zeit stand stockend still
Und ich ersann, was ich noch retten kann und retten will

Ich warf mich also auf den Rücken, und mit linker Hand und Knie
Tat ich sie wuchtig von mir drücken, daß sie rittlings fiel und schrie
Grad noch erreichte denn mein Schuh das Pfeifchen, und ich trat schnell zu
So sauste sie erneut hinweg dem Weib, sich nähernd Straßendreck

Die Welt, sie hielt den Atem an, die Zeit stand stockend still
Und ich ersann, was ich noch retten kann und retten will

Ich schwang mein' Oberleib hinauf und hielt und riß die Magd am Kleid
Das hat sie zwar nicht von dem Sturz, doch von dem schnöden Kleid befreit
Dann wollt' ich, daß mein Munde fing das Pfeifchen, das zu Boden ging
So beugte ich mein Kreuze krumm und fing es zwar, doch falsch herum

Die Welt, sie hielt den Atem an, die Zeit stand stockend still
Und ich ersann, was ich noch retten kann und retten will

Voll Schmerz gepeint spie ich die Glut im allzu weiten Bogen aus
Und streckte mich voll Übermut mit letzter Kraft in Saus und Braus
In Richtung Magd, die leuchtend gar mit meiner Funkenglut im Haar
Trotz all der Müh', die ich mir gab, fiel klatschend in den Stadtunrat

Die Welt, sie hielt den Atem an, die Zeit stand stockend still
Und ich ersann, was ich noch retten kann und retten will

So stand ich denn betreten da, von Schlamm und Matsch benetzt
Besudelt, stinkend, muffig gar, vom Straßendreck durchsetzt
Vor einer Magd, die halbnackt war, mich schmorend und verletzt besah
Und trotzig sich denn abgewandt, ist schluchzend sie nach Haus gerannt

Die Welt, sie hielt den Atem an, die Zeit stand stockend still
Und ich ersann, was ich noch retten kann und retten will

Auch mein guter Tabak war in aller Welt verstreut
Mein guter, edler Tabak, den genießen wollt' ich heut
Dahin war die erhoffte Nacht, so hab ich mich denn heimgemacht
Und trank frustriert in einem Zug das Bier ich in der Rechten trug


Den tosenden Beifall geniessend verlässt Mittelerdes Superstar die Kaschemme um den Wargs in den Ettenöden ebenfalls ein Ständchen ganz besonderer Art zukommen zu lassen...





* natürlich ist der Text des Liedes schamlos von der Musikgruppe Versengold gestohlen, passt aber, wie ich finde, herrlich auf unsere gedrungenen Freunde

Last edited by Filiane; 04-03-2008 at 10:15 AM.
Filiane is offline   Reply With Quote
Reply

Bookmarks

Thread Tools
Display Modes

Posting Rules
You may not post new threads
You may not post replies
You may not post attachments
You may not edit your posts

BB code is On
Smilies are On
[IMG] code is On
HTML code is Off
Trackbacks are On
Pingbacks are On
Refbacks are On



All times are GMT. The time now is 12:40 AM.


Powered by vBulletin®
Copyright ©2000 - 2010, Jelsoft Enterprises Ltd.