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View Full Version : DTM Race Driver 3 review (in german)


Beatswiss
20-02-2006, 02:36 PM
Hallo zusammen

Nachdem ich nun DTM 3 das Ganze Wochenende gespielt habe, hier nun Eindrücke von DTM 3 (Playstation 2) inkl. eine kurze Bewertung. Das Spiel wurde in der Schweiz offiziell am 15. Februar 2006 veröffentlicht.

Es handelt sich hier allerdings nur um meine Meinung und meine Eindrücke, möge jeder sich selber ein Bild über dieses Spiel machen.

Singleplayer

Der Singleplayer Modus ist schon wie im Vorgänger sehr gut gelungen. Herzstück ist der World Tour Modus (Karrieremodus), in welchem es insgesamt 35 Ränge zu erklimmen gilt. In jedem Rang stehen 2 oder 3 verschiedene Renndisziplinen (Meisterschaften) zur Auswahl, wovon ihr eine erfolgreich abschliessen müsst, um in den nächsten Rang zu kommen. Zu Beginn lautet das Ziel jeweils: „Schliesse die Meisterschaft mindestens als 4. oder besser ab“. Anders als im Vorgänger kann man aber alle Renndisziplinen eines Ranges absolvieren. Dabei werden die entsprechenden Autos dann für den Multiplayer Modus frei geschaltet. Beispiel: ihr schaltet im Single Player Modus die Formel Ford Serie frei. Nun könnt ihr ab sofort ein Spiel im Online Modus hosten und die Formel Ford Serie anwählen. Spieler, welche diese Serie noch nicht frei geschaltet haben, können trotzdem an der Online Session teilnehmen, weil ihr als Host es ja bereits frei geschaltet hat. Das heisst, je mehr ihr im Singleplayer Modus frei schaltet, desto vielfältiger könnt ihr im Online Modus Spiele gestalten.

Neu im Singleplayer Modus ist die Qualifikation. Die Qualifikation ist allerdings vor jeder Session wählbar, man kann auch ohne Qualifikation spielen, dann wird man einfach per Zufall aus irgendeiner Position starten. Auffallend und eigentlich sehr gut gemacht ist der stetig ansteigende Schwierigkeitsgrad im World Tour Modus. Mit jedem Rang wird es ein bisschen schwieriger. Kann man am Anfang noch locker ohne Qualifikation vom 20. Startrang aus die Konkurrenz überflügeln, beisst man sich mit der Zeit immer mehr die Zähne aus. Schliesslich will man mit der Zeit gar nicht mehr auf die Qualifikation verzichten, zu wichtig wird dann in späteren Rennen ein guter Startrang, insbesondere auf Strecken wo man nicht so gut überholen kann. Wie schon im Vorgänger werden die Übergänge jeweils mit sehr gut gemachten Rendersequenzen hinterlegt, und manchmal sieht man sogar spärlich bekleidete „Boxenluder„ in den Sequenzen. Insgesamt ist der Single Player Modus hervorragend gelungen. Hier dürfte man eine Ganze Weile beschäftigt sein.

Fahrphysik / GoKarts

Die Fahrphysik ist wohl etwas vom wichtigsten in einem Rennspiel, und hier kann DTM 3 voll überzeugen. Die bereits aus dem zweiten Teil bekannte Fahrphysik wurde weiter verbessert und ausgebaut. Die Autos reagieren glaubwürdig, und die einzelnen Fahrzeuge unterscheiden sich jetzt noch ausgeprägter als im Vorgänger. Wohlverstanden, hier handelt es sich um eine Simulation, wenn auch gewisse Arcade Elemente nicht zu verleugnen sind.
Reine Arcade Freaks hingegen, dürften an diesem Titel keine grosse Freude haben. Zusätzlich hat man noch die Möglichkeit, zwischen ‚Sim’ und ‚Profi-Sim’ zu wählen, wobei ‚Profi-Sim’ wohl nur den absoluten Elite Fahrern vorbehalten bleibt. Hier verzeiht das Auto nicht den kleinsten Fehler, wer aber auf absoluten Realismus steht, bitte sehr. Am Wochenende bin ich untern anderem bei den GoKarts „hängen geblieben“. Ja, es gibt jetzt auch Renn GoKarts in DTM 3. Und was für welche! Sie sehen aus wie echte GoKarts, und sie verhalten sich wie echte GoKarts. Sie haben ein gutmütiges Fahrverhalten und liegen gut auf der Strecke, aber sie neigen zum Überdrehen, wenn man den Grenzpunkt überschreitet. Aber hat man den Dreh erst mal raus, ist es eine wahre Freude mit den GoKarts zu fahren, man kann nämlich so wunderbar sliden in den Kurven, genau wie in echt. Wer sich schon immer mal Super Mario Kart im Quadrat und im Simulationsmodus wünschte, dem empfehle ich eine Online Session mit GoKarts…(allerdings kann man hier natürlich nicht Bananenschalen und dergleichen legen, hier kommt es ausschliesslich auf die Fahrkunst an).

Schadensmodell

Das Schadensmodell steht der Fahrphysik in nichts nach. Das Schadensmodell ist schlichtweg genial. Hier kommen Freunde einer Simulation wirklich auf ihre Kosten. Wie bereits im Vorgänger gibt es mehrere Bereiche (z.B. Schaltung, Getriebe, Lenkung, Motor, Räder), welche allesamt Schaden nehmen können, angezeigt durch Farben, von gelb bis rot. Neu gibt es eine Motoren- und Reifentemperatur, sowie eine Abnutzungsanzeige der Reifen. Grundsätzlich wurde das Schadensmodell vom Vorgänger übernommen, aber es wurde verfeinert und verbessert. Die Fahrzeuge sind natürlich nicht alle gleich anfällig für Schäden, die Monoposto Rennwagen sind am anfälligsten, vor allem die Räder und Reifen. Am Sonntag habe ich bei einem Rennen meinen Formel Ford so unglücklich eingeschlagen, dass er auf beiden Vorderrädern nur noch auf den Felgen lief, die Reifen waren abgeschlagen. Dabei gab es mächtige Funken, als die blanken Felgen auf der Betonpiste durchdrehten! Das Auto war fast nicht mehr zu kontrollieren, dennoch konnte ich in die Box fahren, um das Auto zu reparieren. Je nachdem kann es auch vorkommen, dass ein Rad komplett abgerissen wird, in diesem Fall bleibt dann nur ein Neustart. Allerdings ist es nicht so, dass die Autos jetzt übermässig „zerbrechlich“ oder empfindlich sind, es mag durchaus Zusammenstösse und Rempler leiden, aber eben nur bis zu einer gewissen Grenze. Auch immer wieder „schön anzusehen“ und hervorragend in Szene gesetzt: Räder die „eiern“ als Folge einer verzogenen Felge bei einem Unfall. Das hat dann oftmals die unangenehme Auswirkung, dass der Wagen nach links oder rechts zieht, spätestens jetzt sollte man sich überlegen, ob man nicht die Boxengasse besuchen will.
Und die Schäden haben jetzt viel mehr Auswirkungen als vorher. Eingeschlagene Karosserien z.B. sind nicht nur Kosmetik, hier wird die Aerodynamik beeinflusst. Und es ist klar, mit einem stark lädierten Getriebe oder einem angeschlagenen Motor wird kaum jemand noch Stricke zerreissen können. Eine angeschlagene Lenkung beinflusst spürbar das Kurvenverhalten. Und so weiter….

Flaggenreglement

Das Flaggenreglement verleiht den Rennen noch mehr Atmosphäre und Realismus. Da gibt es z.B. die gelbe Flagge, welche einen Unfall ankündigt und überholen verbietet, die grüne Flagge, welche das Rennen wieder „freigibt“. Interessant ist die z.B. die blaue Flagge: liegt man 1 Runde in Rückstand und droht einem die Überrundung (z.B. bei langen Rennen mit vielen Runden), wird die blaue Flagge geschwenkt, was bedeutet, dass man zur Seite fahren und sich überholen lassen soll. Wer grob fahrlässig einen Aufprallunfall verursacht (wer von hinten in einen anderen Fahrer knallt), wird meist mit einer weiss/schwarzen Flagge verwarnt. Ebenso kann man verwarnt werden, wenn man sich nicht ans Flaggenreglement hält oder Flaggen ignoriert. Wer versucht, Abkürzungen zu nehmen und die Piste verlässt, kann ebenfalls verwarnt werden. Eine Verwarnung bleibt in der Regel ohne grosse Folgen, hat man nun aber mehrere Verwarnungen in einem Rennen kassiert, droht die gefürchtete schwarze Flagge. Die schwarze Flagge zeigt eine Strafe an. Dies kann bedeuten, dass man am Schluss des Rennens eine gewisse Anzahl Strafsekunden zu seiner Zeit addiert bekommt. Oder aber, man bekommt eine Stop und Go Strafe und muss deswegen eine Zeitstrafe an der Boxe „absitzen“ (bei längeren Rennen). Ignoriert man diese Stop and Go Strafe wird man sofort disqualifiziert!
Fazit: ich finde das Flaggenreglement eine echte Bereicherung, es ist sehr gut gelungen.
Selbstverständlich lässt sich (falls gewünscht) das Flaggenreglement sowie das Schadensmodell auch abschalten.

Online Modus

Der Online Modus ist die Krönung des ganzen Spiels. Hier kann man eine Menge Spass haben und sich mit anderen Usern messen. Auf der Playstation 2 können max. 8 Fahrer gleichzeitig mitfahren. Als Host kann man einfach alles Mögliche einstellen.
- max. Spieler
- Qualifikation ja nein
- Rundenzahl
- Schadensmodell ja nein
- Flaggenreglement ja nein
- Anzahl Verwarnungen vor einer Strafe
- Lenkung Sim / Pro Sim
- Schadensmodell Sim / Pro Sim
- Einstellungen am Fahrzeug erlaubt / nicht erlaubt
- Boxenstopps
- Anzahl zusätzliche Computergegner (z.B. wenn in einer Session nur 4 Spieler sind)
- Zusätzlich kann man sogar noch den Schwierigkeitsgrad der Computergegner
einstellen, und zwar in einer Prozentskala.

Und so weiter..

Der PS2 Online Modus unterstützt Headsets, was sehr gut funktioniert. So kann man sich nicht nur in der Lobby unterhalten, sondern selbstverständlich auch während dem Rennen. So hört man immer wieder mal schadenfreudiges Gelächter, oder dann ein Fluchen „Mist, jetzt hat es mich schon wieder raus getragen“ und so weiter…
Wer kein Headset hat und sich stört an den Unterhaltungen, kann diese auch abschalten und sich per Chat verständigen. USB Tastaturen werden ebenso unterstützt.
Lags und Verbindungsabbrüche kommen gelegentlich vor, wie eigentlich bei jedem Onlinespiel. Man sieht allerdings die Pings in der Lobby.
Allerdings hatte ich auch unzählige Sitzungen ohne jeglichen Lag.

Fazit:
Für mich eines der besten Rennspiele aller Zeiten mit einem einmaligen Onlinemodus.

WERTUNG 9.4 von 10

Mein Online Name ist Beat7

Gruss